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Sport News

 

Neubauer-Sieg beim steirischen Rallye-Festival

 

 

 

Die erste Wechselland-Rallye mit Hauptsponsor OPEL wurde zum spannenden Rallye-Festival mit der neuen Kult-Prüfung Hochwechsel am ersten Tag sowie Kaiserwetter und ORM2WD-Krimi am zweiten Tag. Den Sieg feierte Hermann Neubauer, der Steirer Daniel Wollinger setzte sich letztendlich in der hyperspannenden ORM2WD durch. 

Mit OPEL als neuem Hauptsponsor ging die Wechselland-Rallye in ihre bereits dritte Dekade – für die OPEL Wechselland-Rallye 2016 hat sich Organisationschef Willi Stengg sen. zudem ein besonderes „Gustostückerl“ einfallen lassen: Erstmals seit 2004 wurde wieder die Sonderprüfung „Hochwechsel“ gefahren. Die Bergstrecke auf rund 1400 Höhenmeter beeindruckte die Fahrer sehr – vor allem die rund drei Kilometer lange Bergab-Passage wurde für die Mehrzahl der Piloten zur „Mutstrecke“, sicher auch weil zuvor der Winter ein Comeback feierte und die Bedingungen entsprechend schwierig waren. 

Stengg erklärte: „Die Probleme mit dem vielen Schnee haben wir mit der Hilfe des Bürgermeisters von Waldbach-Mönichwald lösen können, da sind alle Räum- und Salzstreugeräte ausgerückt – alles, was Räder hatte, kam da zum Einsatz.“ Die 13,8 Kilometer lange Prüfung, auf der früher sogar die legendäre Alpenfahrt Station machte, hat bereits Kultcharakter und wird auch in Zukunft ein Aushängeschild der OPEL Wechselland-Rallye sein. Für 2017 plant Stengg sogar eine verlängerte SP Hochwechsel: „Wir haben großes Glück, dass der Herr Bürgermeister auch ein Motorsportfan ist – da wird es zwar noch eine Gemeinderatssitzung geben aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Hochwechsel-Prüfung auch im kommenden Jahr fahren können. Ich habe sogar schon einen neuen, rund sieben Kilometer langen Streckenteil in Petto – so wird diese Sonderprüfung künftig noch attraktiver sein.“ 

Der neue Namenssponsor OPEL konnte mit seinem Engagement dafür sorgen, dass der Stengg Motorsport Fan-Club nach 20 erfolgreichen Jahren auch weiterhin die Rallye rund um Pinggau abhalten kann. Stengg nickt: „Ich muss mich bei Opel bedanken – wir haben einen neuen Opel Corsa erhalten, den wir in einem Gewinnspiel verlosen konnten. Das ist ein Sponsorengeld - es lag an uns, wie viele Lose wir anbringen – ohne diese Unterstützung könnte ich keine Rallye veranstalten. Außerdem haben uns auch wieder einige kleinere Sponsoren unterstützt, wofür ich mich ebenfalls sehr bedanken möchte.“ 

Neubauer siegt vor Baumschlager – Grössing crasht mit 20 km/h 

Hermann Neubauer konnte auf den Powerstrecken die Vorteile seines Ford Fiesta World Rally Cars optimal nützen und seinen zweiten Saisonsieg einfahren. Sein größter Widersacher war diesmal nicht Raimund Baumschlager, sondern Gerwald Grössing im weiteren Ford Fiesta WRC – allerdings nur bis zur fünften Sonderprüfung, als Grössing 18,8 Sekunden hinter dem Rosenauer lag. Auf SP 6 jedoch passierte Grössing ein Missgeschick, ärgerlich meinte er: „Viel billiger kann man nicht ausfallen. Wir sind auf einer engen Linkskurve über eine Brücke mit 20 km/h mit dem Heck angeschlagen, ich habe zu früh gebremst und daher die Bremse nochmal aufgemacht, da kam das Heck – ich habe zumindest an dieser Stelle nicht gepusht…“ 

So war der Weg endgültig frei für den souverän fahrenden Hermann Neubauer, der bei seinem zweiten Saisonsieg neun von zwölf möglichen Bestzeiten einfuhr. Auch auf der Powerstage, dem heuer satte 34,8 Kilometer langen Rundkurs Pinggau, schnappte sich Neubauer die drei Zusatzpunkte, womit er in der Staatsmeisterschaft zehn Punkte Vorsprung auf Raimund Baumschlager aufweist. 

Dieser zweite ORM-Sieg seiner Karriere würde sich „fast gleich gut wie der erste anfühlen“, meinte Neubauer gerührt – und fügte hinzu: „Ich möchte mich bei meinem Team bedanken, es ist nicht selbstverständlich für ein kleines Privatteam, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Jetzt freue ich mich auf die Schneebergland-Rallye“ Für den Schotter-Event wollte Neubauer den Ball offenbar bewusst flach halten – als Favoriten sehe er dort Hausherr Gerwald Grössing und Raimund Baumschlager… 

Der Skoda-Pilot konnte darüber nur lachen und empfahl ein ausführliches Studium der SP-Bestzeiten. Im Wechselland konnte Baumschlager im unterlegenen R5 immerhin zwei solcher Bestzeiten markieren. Copilot Thomas Zeltner zog eine durchaus zufriedene Schlussbilanz: „Wir haben es probiert und wir haben den R5 wirklich ausgequetscht – für diese Leistung müssen wir uns nicht genieren. Dass man ein WRC nicht schlagen kann, überhaupt im Trockenen, war von vornherein klar – der zweite Platz ist ein Platz besser als erwartet.“ 

Glücklich war auch Niki Mayr-Melnhof, der im Ford Fiesta R5 auf Platz drei landete und erklärte: „Es ist ein mördergeiles Gefühl, hier auf dem Podium zu stehen – bei diesem starken Feld! Es waren zwei sehr harte Tage, speziell der erste Tag auf dem Hochwechsel war extrem schwierig. Am zweiten Tag, nach dem Ausfall von Grössing, der sehr schade war, haben wir noch am Setup gearbeitet und auf den Rundkursen hatten wir sehr viel Spaß mit den vielen Fans, die an der Strecke standen. Das war eine wunderbare Veranstaltung und ich bin mörderhappy!“ 

ORM2WD: Wollinger gewinnt den Sekundenkrimi 

Das konnte auch Daniel Wollinger von sich behaupten, als er in der extrem spannenden ORM2WD, nach einem die gesamte Rallye über tobenden Sekundenduell gegen Simon Wagner am Ende mit winzigen 1,2 Sekunden Vorsprung den Sieg feiern konnte. Denn im Cockpit gab es nur 500 Meter vor dem Ziel noch Dramatik pur: „Wir sind in die Wiese hinaus geschossen, was rund sieben Sekunden gekostet hat – ich hätte nicht gedacht, dass sich das noch ausgehen könnte. Jetzt bin ich natürlich überglücklich – man darf nicht vergessen, dass wir im Service vor dem letzten Durchgang noch den Auspuff schweißen mussten. Ein großes Lob an alle, die mich so sehr unterstützen.“

Wollinger konnte seinen Vorsprung in der ORM2WD auf zehn Punkte vergrößern – Wollinger markierte fünf der zwölf möglichen Bestzeiten, exakt so viele wie auch Simon Wagner, die beiden lösten einander regelmäßig mit den Bestzeiten ab und sorgten bis zum letzten Meter für Hochspannung. 

Enttäuschung konnte man im Gesicht von Simon Wagner ablesen – doch nicht die 1,2 Sekunden, die am Ende fehlten, waren der Grund dafür. Denn schon im ersten Durchlauf des Pinggau-Rundkurses kam es zu einer Art Waterloo für die Gebrüder Wagner… 

Der jüngere der beiden, Julian, begann die Rallye mit einer famosen Bestzeit auf der schwierigen Sonderprüfung Hochwechsel – nach SP9 lag Julian 11,8 Sekunden hinter seinem Bruder auf Rang drei der ORM2WD, exakt 18 Sekunden vor Serienstaatsmeister Michael Böhm. 

Doch auf dem Rundkurs kam es zum Fiasko: Am Beginn der zweiten Runde erkundigte sich Copilot Jürgen Heigl, ob die Bremsen noch arbeiten würden, was Julian bejahte. Wenige Sekunden später folgte der knochentrockene Kommentar: „Jetzt nicht mehr!“ Denn da stieg Julian bei Highspeed ins Leere: „Es gab nur mehr hinten auf einer Seite eine leichte Bremswirkung, weshalb das Heck kam – ich konnte nur mehr den Notanker werfen. Ich weiß nicht, was ich anderes hätte machen sollen.“ Der Wagen schlug hart gegen die Planken, glücklicherweise blieben Pilot und Copilot unverletzt. Letztendlich musste die Prüfung unterbrochen werden… 

Davor jedoch passierte auch Simon Wagner die Stelle, er musste insgesamt zweimal verlangsamen, denn auch Peter Ölsinger verunfallte auf dem Rundkurs mit seinem Mitsubishi Lancer Evo X. Vor dem ersten Pinggau-Rundkurs lag nur eine sensationell winzige Zehntelsekunde zwischen Wollinger und Simon Wagner – doch nach dem letztendlich neutralisierten Rundkurs musste die Rennleitung nominelle Zeiten vergeben. Simon Wagner erklärte im Ziel: „Es ist schade, dass die Rallye auf diese Art entschieden wurde – wir haben auf dem ersten Rundkurs 15 Sekunden hinter zwei Autos verloren, doch die Zeitgutschrift betrug bei uns nur rund zwei Sekunden.“ Wagner beendete die Rallye als Gesamt-Fünfter auf Platz zwei der ORM2WD, in der Junioren-Staatsmeisterschaft konnte er so einen klaren Sieg erringen. 

So wollte auch er das Positive herausstreichen: „Dass wir mit einem Daniel Wollinger bei dessen Heimrallye mithalten konnten, stimmt mich sehr zuversichtlich. Und unsere Rallyes kommen erst noch. Schneebergland, Liezen und Waldviertel – das sind dann unsere Rallyes!“ 

Hinter Wagner belegte Martin Kalteis im Gruppe H-Mitsubishi Platz sechs der Gesamtwertung, womit er auch im Österreichischen Rallye Cup einen klaren Gesamtsieg erringen konnte. 

Böhm siegt im OPEL Adam Cup 

Auf Gesamtrang sieben landete Michael Böhm im OPEL Adam R2 auf Platz drei der ORM2WD. Der von Willi Stengg jun. engagierte Serienstaatsmeister erlebte eine Rallye voller Höhen und Tiefen. Bei den kalten Temperaturen am Freitagabend sowie am Samstagmorgen musste Böhm mit einem Reifen-Handicap klarkommen: „Für diese Temperaturen habe ich keine geeignete Mischung zur Verfügung.“ Erst am Samstagnachmittag, als die Temperaturen dank des strahlenden Frühlingswetters anstiegen, konnte Böhm das große Potential der neuen Kombination Böhm/Adam aufzeigen und auch eine 2WD-Bestzeit markieren. Am Ende zeigte sich Böhm zufrieden: „Es lief dann deutlich besser als erwartet und ich freue mich jetzt sehr auf die Schneebergland-Rallye, dort erhoffe ich mir große Chancen, den ersten ORM2WD-Sieg für OPEL einzufahren.“ 

Bei den für ihn so schwierigen niedrigen Temperaturen musste Böhm sogar hinnehmen, von den Youngsters des OPEL Adam R2 Rallye Cups in den Schatten gestellt zu werden. So konnte Andreas Kainer am ersten Tag sämtliche Bestzeiten des OPEL Rallye Cups erobern, am Ende jedoch fehlten Kainer 38,4 Sekunden auf den regierenden ORM2WD-Staatsmeister. Trotzdem konnte sich Kainer auch über Platz zwei im OPEL Adam R2 Rallye Cup freuen: „Wir lagen bis heute Mittag 2,5 Sekunden vor Michi Böhm – doch am Nachmittag hat er extrem zugelegt, den Speed konnte und wollte ich dann nicht mehr mitgehen, denn ich wollte nicht riskieren, dass wir das Auto zerstören.“ 

Stark fuhr auch Luca Waldherr, der im OPEL Adam R2 Rallye Cup als Dritter auf dem Podium landete. Der Sohn des unvergessenen Andreas Waldherr erklärte im Ziel: „Das war eine richtig geile Rallye, die Heimrallye von OPEL, danke an die Fans an der Strecke, die Fans waren ein Wahnsinn, das baut einen so auf, zweimal habe ich beim Sprung in Haideggendorf aufgedreht und für die Zuschauer stehen gelassen. Es war alles geil.“ 

Waldherr landete in der Junior-ORM auf Platz zwei vor Christoph Zellhofer, der hinter dem Slowaken Valstimir Majercak (Ford Fiesta R5) und Gernot Zeiringer (Platz vier im OPEL Adam R2 Cup) auf dem zwölften Gesamtrang landete. 

Beachtlich der 13. Gesamtrang für Lokalmatador Wolfgang Scherleithner, der sich dazu entschlossen hatte, in seiner erst zweiten Rallye erstmals einen BRR Skoda Fabia R5 zu zünden und diesen auch heil ins Ziel brachte. 

Premierensieg für Hinterhofer 

Dramatik gab es auch im OPEL Corsa OPC Rallye Cup. Dort sah es lange Zeit nach einem Premierensieg für Roland Stengg aus, ehe der Sohn von Willi Stengg jun. auf SP 10 wegen eines Technikdefekts aufgeben musste. 

So durfte Heimo Hinterhofer über seinen ersten Sieg im OPEL Corsa OPC Rallye Cup jubeln, auf dem Podium landeten Rene Rieder und Alois Scheidhammer.  

Rabl siegt bei den Historischen 

In der Historischen Rallye Staatsmeisterschaft (HRM) tobte am ersten Tag ein spannendes Sekundenduell zwischen den Porsche-Piloten Johannes Huber und Willi Rabl – doch dann erhielt Huber eine Strafminute wegen eines Stempelfehlers, den er sehr bereut hat: „Ich habe meinem Co nicht geglaubt, dafür muss ich nun büßen.“ Dachte sich wohl auch sein Getriebe, dass am Samstagmorgen den zweiten Gang in den Feierabend sandte, woraufhin Huber die Aufgabe beschloss. Rabl feierte zugleich auch den Sieg im Historischen Rallye Cup (HRC). 

Im Österreichischen Rallye Cup (ORC) landeten Christoph Zellhofer und Robert Zitta hinter dem eingangs erwähnten Sieger Martin Kalteis auf dem Gesamtpodium, die Divisionssiege gingen an Zitta (C1), Kalteis (C2), Mike König (C3) und Zellhofer (C4). 

Ergebnis OPEL Wechselland-Rallye nach 12 Sonderprüfungen 

1. Hermann Neubauer/Bernhard Ettel (Ford Fiesta WRC) 1:29:35,9 Stunden

2. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner (Skoda Fabia R5) +1:01,2 Minuten

3. Niki Mayr-Melnhof/Poldi Welsersheimb (Ford Fiesta R5) +3:38,7

4. Daniel Wollinger/Bernhard Holzer (Renault Clio Maxi R3) +6:50,0

5. Simon Wagner/Ursula Mayrhofer (Citroen DS3 R3max) +6:51,2 

6. Martin Kalteis/Günter Lang (Mitsubishi Lancer Evo VII) +7:29,7 

7. Michael Böhm/Jasmin Noll (Opel Adam R2) +7:59,4 

8. Andreas Kainer/Anne Katharina Stein (Opel Adam R2) +8:37,7 

9. Luca Waldherr/Tobias Unterweger (Opel Adam R2) +10:24,8 

10. Vlastimil Majerak/Michaela Vejackova (Ford Fiesta R5) +11:15,4 

Bestzeiten ORM SP1: Neubauer, SP2: Grössing, SP3: Neubauer, SP4: Neubauer, SP5: Neubauer, SP6: Baumschlager, SP7: Neubauer, SP8: Neubauer, SP9: Neubauer, SP10: Baumschlager, SP11: Neubauer, SP12: Neubauer 

Bestzeiten ORM2WD SP1: Julian Wagner, SP2: Wollinger, SP3: Simon Wagner, SP4: Wollinger, SP5: Simon Wagner, SP6: Wollinger, SP7: Simon Wagner, SP8: Wollinger, SP9: Böhm, SP10: Wollinger, SP11: Simon Wagner, SP12: Simon Wagner 

Punktestände: 

ORM: 1. Neubauer 77, 2. Baumschlager 67, 3. Grössing 31 

ORM2WD: 1. Wollinger76, 2. Simon Wagner 66, 3. Kainer 41